Was waren das für schöne Zeiten als wir noch alle Kind waren – oder?

Ich bin heute ein viertel Jahrhundert jung und wenn ich an meine Kindheit denke, habe ich eigentlich nur schöne Erinnerungen. Mit dem Opa durch den Park laufen, mit Schulfreunden und Kindern aus der Nachbarschaft draußen auf dem Spielplatz toben, sich mit Eis bekleckern, mit Mama bummeln und Autos und Lego spielen…

 

Spielen?

Ja, eh nein es gab keine Lego-App „damals“, wir haben wirklich mit Lego gespielt – diese kleinen bunten Steine von denen heute 100g 5 Euro kosten, wird verkauft wie Drogen. Erst letztes Wochenende war ich mit dem Neffen meiner Freundin im Lego Discovery Land in Oberhausen – wirklich traurig – alles ist auf verkaufen, verkaufen, verkaufen ausgelegt, wirklich Spaß hat da kein Kind und auch kein Erwachsener. Wie auch? OK seit dem T(E)uro ist eben alles ein bisschen teurer geworden aber das ist nicht mehr teuer, sondern unbezahlbar für die meisten. Und dann bekommen die Kinder, die schon eine Nacht vorher vor Aufregung nicht mehr schlafen können, nicht mal was geboten. Begrüßt wurde man in dem Kinder-Schlaraffenland mit einem „Lego-Ballerspiel“. Eine kleine Achterbahn die einen durch eine Legowelt fährt in der man die bösen Spinnen und Monster abschießen muss – natürlich auf Bildschirmen.

 

Warum ich das alles überhaupt schreibe?

Vor wenigen Stunden war ich in einem Spielwarengeschäft in Recklinghausen. Hin und wieder geh ich mit meiner besseren Hälfte dort hin, weil wir irgendwie selber noch Kinder sind, die gerne spielen. Nun muss ich vorweg kurz gestehen das ich ein sehr technisch versierter Mensch bin – auch schon immer war – und das auch gar nicht missen möchte. Jeder wollte oder hatte sogar als Kind ein Walkie Talkie – auch ich. Und ja es war GEIL sich hinter einem Busch zu verstecken und seinem Kumpel spionagemäßig Dinge durch das knisternde Walkie Talkie zu plappern.

Aber back to topic… Auch heute in dem Spielwarengeschäft kamen wir natürlich in die digitale Abteilung und da dachte ich, dass wir nun endlich völlig durchgedreht sind. Nicht nur dass heute jedes 8 jährige Kind ein Smartphone hat, nach der Schule mehr Zeit vor der Spielekonsole verbringt als draußen und auch im Kinderzimmer die Kuscheltiere durch Bauer sucht Frau ausgetauscht wurden… NEIN!!! selbst die Industrie unterstützt dieses digitale Zeug – welches ich, wie schon sagte, auch sehr mag – in einem Ausmaß, das nicht mehr O.K. ist. Da hängen neben Lerncomputern und Walkie Talkies doch tatsächlich Samsung-Tablets und Co.

 

Ich hab das alles auch aber ich bin 25 Jahre!

Warum um alles in der Welt muss ein Kind mit unter 15 Jahren „WhatsAppen“, „fatzebokken“ und „liken“? Hallo? Es sind Kinder!

Die sollten spielen, toben, Lego bauen (auch wenn es teuer ist). Die meisten Kinder heutzutage haben quasi null motorische Fähigkeiten. Außer dem rechten Daumen, mit welchem das Smartphone bedient wird, funktioniert da nix mehr. Im letzten Urlaub schafften es in einem Kinderland gerade mal 30% eine Hüpfburg hinaufzuklettern. Warum? Ich entschuldige mich im voraus… Weil sie FETT waren und noch schlimmer, weil die anderen sie nicht mehr mitspielen ließen, weil sie keinen Ball fangen konnten.

 

Bitte

Liebe Eltern und ältere Geschwister, Technik ist cool und macht Spaß und ist auch mittlerweile aus der Schule nicht mehr wegzudenken und das ist auch gut so. Aber es gibt auch noch ein echtes Leben in 3D „und so“  🙂

Geht doch einfach mal raus mit den Kids, Ball spielen, die Natur erkunden, Bücher lesen, fangen spielen…

Ich persönlich finde es wichtig, – für mich selbst und meine späteren Kinder – dass sie wissen warum die Sonne auf und unter geht, dass der grüne Pixelfehler eine Brennnessel ist und kein Minecraftstein und echte Freunde cooler sind als die Facebook-Freundesliste auf dem Smartphone. Ich finde es auch ok, dass es Technik im Haus gibt und auch, dass die Kinder lernen damit umzugehen. Aber zum einen bitte in Maßen und zum anderen kann man Technik außer zum daddeln auch nutzen, um Wissen aus dem Netz zu ziehen.

 

Wie seht ihr das?

Gino Dola

www.quovadix.de
Elke Dola ist PotentialProfiler und Mindset-Ninja, Wirksamkeitstrainerin, Keynote-Speakerin, Dozentin für Körpersprache, Rhetorik und positive Kommunikation, Referentin für salutogene Gesprächsführung, Kolumnenschreiberin, Arbeitspädagogin, Texterin und staatl. gepr. Referentin für Public Relations und Öffentlichkeitsarbeit (DAPR), Mentor für Online- und OfflineunternehmerInnen und zert. psychologische Beraterin nach Dr. Migge